Künstlerbrille® für Studierende

Für künstlerische Kompetenzen wie Wahrnehmungsfähigkeit und Ideenfindung ist in der akademischen Ausbildung zukünftiger Manager_innen und Sachbearbeiter_innen meistens wenig Raum. Doch gerade an Hochschulen gilt, dass sich die Probleme von morgen nicht mit den Modellen von gestern lösen lassen.

Die Künstlerbrille® wurde an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin erfolgreich in der Lehre ein- und aufgesetzt. Von 2014 bis 2018 verbinden Studierende in den hochschulübergreifenden Studiengängen „Public und Nonprofit-Management“ (Bachelor) und „Nonprofit-Management und Public Governance“ (Master) in innovativen kunstbasierten Projekten Management-Know-how mit künstlerischen Haltungen.

Kunstbasierte Mini Think Tanks
Im Rahmen des Masterstudiengangs „Nonprofit-Management und Public Governance“ setzt die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin im Herbst 2017 und Herbst 2018 temporäre Mini Think Tanks auf, in denen Angehörige von Nonprofit-Organisationen, Studierende und Künstler_innen zusammen betriebswirtschaftliche Problemstellungen der beteiligten Einrichtun­gen bearbeiten und lösen. In einem moderierten Prozess werden drei Mini Think Tanks etabliert, die jeweils zwei Vertreter_innen aus einer Nonprofit-Organisation, eine_n Künstler_in und drei Studierende zusammen­bringen. Jedes dieser Teams hat die Aufgabe, in einer Workshop-Situation gemeinsam Lösungsvorschläge für ein praktisches Problem zu entwickeln, das die Organisa­tionen in den Mini Think Tank einbringen.

Hinter dem Think Tank-Motto, „Die Künstlerbrille aufsetzen“, steht die Idee, dass sich Manager_innen und solche, die es werden wollen, künstlerische Denkweisen und Arbeitshaltungen aneignen können, ohne selbst einen künstlerischen Beruf gelernt zu haben. In den Workshops werden typische künstlerische Kompetenzen wie Wahrnehmungsfähigkeit, Offenheit und Risikobereitschaft vermittelt und für konkrete Problemstellungen genutzt. Die beteiligten Künstler_innen sind Vorbilder, Ideengeber und Katalysatoren. Sie zeigen den Teilnehmer_innen, wie man gewohnten Denkschemata entkommt.

„Mit der ,Künstlerbrille‘ hat sich meine Wahrnehmung von Prozessen in Nonprofit-Organisation dahingehend verändert, dass ich mir einen spielerischen Blick erlaube. Dieser gestattet mir, auf meinem fachlichem Verständnis aufbauend, Ergebnisse leichter antizipieren zu können. Darüber hinaus empfinde ich aus diesem Blickwinkel weniger lähmende Besorgnis in den Situationen die durch Unsicherheit bzw. einem offenen Ausgang geprägt sind, als vielmehr die Freude am Potential. So finde ich besser den Willen zur Gestaltung von unterschiedlichen Faktoren.“
(Leonhard Gebhardt, Student im Master-Studiengang „Nonprofit-Management und Public Governance“, WS 2015/16)

 „Die ,Künstlerbrille‘ schweißt die Teilnehmenden zusammen wie kein anderer Kurs. Neben dem Eintauchen in verschiedene künstlerische Schaffensprozesse gelingt ein wunderbarer Vergleich zwischen der Vorgehensweise von Künstlern bei der Arbeit und der Herangehensweise von NPO-Managern bzw. Managern aus der Privatwirtschaft.“ 
(Inas El-Rachid, Studentin im Master-Studiengang „Nonprofit-Management und Public Governance“, WS 2015/16)
 

„Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass mir die ,Künstlerbrille‘ nach der ganzen Theorie im Studium noch was bringt. Aber ich habe mich darauf eingelassen und konnte viel mitnehmen und mich persönlich weiterentwickeln. Das war eine tolle Erfahrung!“
(Jacqueline Weigt, Studentin im Master-Studiengang „Nonprofit-Management und Public Governance“, WS 2014/15)

 „Im Atelier konnten wir nicht nur selbst kreativ sein, sondern lernten auch viel über uns selbst. Wir haben uns als Gruppe dabei ertappt, dass wir gewohnte Ordnung und Strukturen dem Risiko und Chaos vorziehen. Durch die Projektstudie ,Künstlerbrille‘ arbeite ich reflektierter und gehe offener an Aufgaben oder Forschungsprozesse heran.“
(Carolin Grätsch, Studentin im Master-Studiengang „Nonprofit-Management und Public Governance“, WS 2014/15)